| Schuhe, die man nie vergisst |
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Eine vielgetragene Kork-Sandale war in den siebziger Jahren etwas sehr Persönliches. Wenn die Schuhe mit ihrer wildlederbezogenen Sohle frisch aus dem Laden kamen, waren sie käsebleich und auffällig wie eine nagelneue Levis-Jeans. Doch schon nach zwei Wochen hatte das naturfarbene Veloursleder eine gewisse Patina bekommen, und Gewicht und Körperwärme formten die Innensohle ganz nach dem Fuß des Trägers. Andere Plateauschuhe der Siebziger, deren Absätze zum Teil eine Höhe von 15 Zentimetern erreichten, waren unpraktisch und grell; die Kork-Sandale hingegen war die schnörkellose Basisversion, in der sich jeder sehen ließ, der „in" sein wollte. Sie verband die Bequemlichkeit der weichen, flachen Birkenstock-Sandale mit einem modisch hohen Keilabsatz. Julius und Sol Stern vertrieben die Kork-Sandale von einem kleinen Büro in der New Yorker Canal Street aus, und sie mußten die Abgabemengen begrenzen, so groß war die Nachfrage. „In dem Sinne entworfen hat sie eigentlich niemand", erinnert sich Verkaufschef Sam Hersh. „Wir haben dem Hersteller gesagt, was wir wollten, und die haben sie dann gemacht!" Kork-Sandalen waren erschwinglich – zwischen 25 und 40 Dollar ein Paar. Die charakteristischen gekreuzten Vorderriemen aus pflanzengegerbtem Büffelleder und die Korksohlen waren so bequem, erinnert sich Hersh, „daß man sie am liebsten auch im Bett anbehalten hätte!" Urprünglich waren sie für Frauen gedacht, doch auch Männer fanden Gefallen an ihrer Leichtigkeit. Die Modedesignerin Betset' Johnson erinnert sich, daß sie „typisch Greenwich Village" Sie hatte mindestens zehn Paar, außer den Originalen auch noch auffälligere ,Ausführungen in Kobaltblau, Silberlarve und flirrendem Gold. „Nach den flachen, klobigen Schuhen der sechziger Jahre brauchten wir einfach etwas Ausgefallenes, Verrücktes." Mitte der neunziger Jahre kamen Schuhe mit fußfreundlichen Plateausohlen wieder in Mode, und eine Reihe von Firmen brachte Nachahmungen der Kork-Sandalen auf den Markt. |
