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Trend Schuhe

Clogs

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Glocks erkennt man an ihrer hohen Holzsohle.Nieten, kerniger Look, toughes Leder, all das macht die Glogs aus,- Clogs waren bereits in diesem und im letzten Jahr der Aufsteiger unter den Schuhen und kommen zum kommenden Sommer auch richtig kommerziell verständlich, mit einem hohen Absatz für einen sexy und modischen Look. Sehr gut sind die Glogs in der Kombination mit der Röhre, Röcken und kurzen Jeans-Shorts mit Top oder auch klassisch zum A-Linien Kleid.

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Wissen Schuhe
Lustobjekte,Fetisch und Lotosschuhe PDF
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Lustobjekte, Fetisch und Lotosschuhe

Auch wenn die Kulturen, die sie hervorbrachten, noch so unterschiedlich sind, ist den westlichen Fetischschuhen und den winzigen chinesischen Lotosschuhen doch gemeinsam, daß sie die Trägerin zum Objekt machen und dabei vom Betrachter als erotisch stimulierend empfunden werden. Den Fetischisten des Westens geht es allerdings eher darum, beherrscht zu werden, wohingegen in China Passivität, deren Symbol die eingeschnürten Füße sind, als Schlüssel zum Liebesglück gilt. Die Fetischschuhe des Westens waren, so definiert die Schuhhistorikerin Mary Trasko den Unterschied, immer „glatt und kantig wie eine Waffe", während die Schuhe des Ostens „eher etwas von Dessous haben, mit zart besticktem Obermaterial aus Satin".

In der westlichen Welt gab es Schuhliebhaber bereits in der Antike, doch erst im England des neunzehnten Jahrhunderts blühte der Fetischismus wirklich auf und bekam seinen heutigen Namen. Die repressive viktorianische Moral schuf neue Ausdrucksformen der Sexualität. Frauenbeine waren so kategorisch unter bodenlangen und in Stiefeln verborgen, daß schon ein einziger Blick auf den Knöchel als erregend galt. Frauenfesseln und, übertragen, ihre Schuhe und Stiefel wurden zum Symbol verborgener Körperteile, und die Lust an Füßen oder ihrer Fußkleidung wurde zum Tabu. Und so blühte denn Mitte des vorigen Jahrhunderts der Londoner Markt für Pornographie und Schuhe mit Zwölf-Zentimeter-Absätzen im Verborgenen. Auch anderthalb Jahrhunderte später und obwohl es Zeitschriften wie High Heel Honeys und Super Spikes gibt, ist Schuhfetischismus noch ein Tabuthema, teils vielleicht, weil es mit Transvestitentum und Sado-Maso-Praktiken in Verbindung gebracht wird. Der klassische Fetischist der westlichen Kultur liebt schwarzes Lackleder (den „Wet-Look"), extrem hohe Bleistiftabsätze (die als Zeichen sexuell angriffslustiger Frauen gelten) oder schenkelhohe Schnürstiefel (wie sie die statuesken Comic-Heldinnen tragen, deren Brüste wie Torpedos aus der knappen Latexkluft hervorstechen). Hohe Absätze mindern die Bewegungsfreiheit – eine Art Frauen zu fesseln, die manche erotisch finden –, während die gefährlich aussehenden Formen den passiven Mann erregen, der es genießt, bedroht zu werden.

Doch jeder Fetischist hat seine Vorlieben. Manche Schuhe –mit Vorhängeschlössern, Riemen, nietenverzierten Knöchelspangen – suggerieren Unterjochung ebenso wie Dominanz und stellen den Fuß, wie die Modehistorikerin Anne Hollander es formuliert, als schöne Sklavin dar. In Extremfällen wird die Frau ganz überflüssig, und der Fetischist ist zufrieden, wenn er den Samstagabend mit einem hochhackigen Pumps verbringen darf.

Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit, ob tatsächlich oder symbolisch, ist offenbar das Entscheidende für die Fetischwirkung eines Schuhs, unabhängig vom kulturellen Umfeld. Doch anders als im Westen, wo ein Schuh mit zuneh­mender Höhe als immer erotischer empfunden wird, ist der Maßstab in China die Zierlichkeit. Schon lange bevor das Einschnüren von Füßen zu einem kulturell abgesegneten Quasi-Fetischismus wurde, galten in der chi­nesischen Gesellschaft besonders kleine Füße als schön. Schon im 10. Jahrhundert trugen Tänzerinnen am kaiserlichen Hof enge Socken, damit ihre Füße kleiner erschienen. Dieser Brauch breitete sich in der Oberschicht aus, und daraus ent­wickelte sich das noch schmerzhaftere Einschnüren der Füße, das zugleich auch ein Initiationsritus war. Eine aristokratische Mutter ließ sich vom Astrologen den Zeitpunkt für die gin-lien­Zeremonie ihrer Tochter bestim­men, die Initiation, die zwischen dem dritten und achten Lebensjahr stattfand. Die Nägel des Mädchens wurden beschnitten, dann wurden die vier kleinen Zehen unter den Fuß gebogen festgebunden. (Der große Zeh blieb frei, so daß eine Halbmondform entstand.) Nach jedem Baden wurde der Fuß fester verschnürt und dann in einen Schuh gezwängt, der eine Nummer kleiner war als der vorherige. Die Mutter hoffte, daß ihr eines der großen Wunder ihrer Kultur gelingen würde: der „Goldene Lotos", ein Fuß, der nur siebeneinhalb Zentimeter maß. Unverhüllt sah das Mädchen seine Füße von nun an nur noch beim Baden oder, später, wenn ihr Mann sie beim Liebesspiel enthüllte.

Trotz ihrer Verkrüppelung galten Lotosfüße als erotischster Teil eines Frauenkör­pers, und entsprechend reich waren die zarten Slipper oder Stiefelchen gearbeitet, die sie bedeckten. Chinesische Ehemänner verehrten die winzigen Lotosschuhe ihrer Frau und stellten sie bis weilen auf einem Tellerchen zur Schau (auf dem dann immer noch Platz frei blieb), um zu zeigen wie klein sie waren. Die Frauen besaßen Hunderte solcher Schuhe und verbrachten viele Stunden damit, sie mit Symbolen zu besticken, die ihnen Fruchtbarkeit, langes Leben, Glück und eine harmoni­sche Ehe bescheren sollten. Schuhe die am Hochzeitsabend getragen wurden, zeigten oft eindeutige erotische Szenen, die der jungfräuliche Braut als Anleitungen dienten.

 

Als China 1912 Republik wurde, kam das Binden der Füße aus der Mode und war in den meisten Provinzen fast schon ausgestorben, als es Mao 1949 verbot. Heute schämt man sich in China dieses Rituals, das tausend Jahre lang offen praktiziert wurde, und Lotosschuhe sind Sammlerstücke, die von einem Brauch Zeugnis ablegen, den die heutigen Chinesen am liebsten vergessen würden.

Anders im Westen, wo der Fetischismus stets als subversiv gegolten hat und wo durch veränderte Einstellungen zur Sexualität Fetischobjekte heute als schick gelten. In den letzten beiden Jahrzehnten sind Fetisch-Accesoires regelrecht Mode geworden, und Fetischschuhe sind heute Teil des modischen Mainstream.

 
Schuhe, die man nie vergisst PDF
Schuh Wissen

Eine vielgetragene Kork-Sandale war in den siebziger Jahren etwas sehr Persönliches. Wenn die Schuhe mit ihrer wildlederbezogenen Sohle frisch aus dem Laden kamen, waren sie käsebleich und auffällig wie eine nagelneue Levis-Jeans. Doch schon nach zwei Wochen hatte das naturfarbene Veloursleder eine gewisse Patina bekommen, und Gewicht und Körperwärme formten die Innensohle ganz nach dem Fuß des Trägers. Andere Plateauschuhe der Siebziger, deren Absätze zum Teil eine Höhe von 15 Zentimetern erreichten, waren unprak­tisch und grell; die Kork-Sandale hingegen war die schnörkellose Basisversion, in der sich jeder sehen ließ, der „in" sein wollte. Sie verband die Bequemlichkeit der weichen, flachen Birkenstock-Sandale mit einem modisch hohen Keilabsatz. Julius und Sol Stern vertrieben die Kork-Sandale von einem kleinen Büro in der New Yorker Canal Street aus, und sie mußten die Abgabemengen begrenzen, so groß war die Nachfrage. „In dem Sinne entworfen hat sie eigentlich niemand", erinnert sich Verkaufschef Sam Hersh. „Wir haben dem Hersteller gesagt, was wir wollten, und die haben sie dann gemacht!"

Kork-Sandalen waren erschwinglich – zwischen 25 und 40 Dollar ein Paar. Die charakteristischen gekreuzten Vorderriemen aus pflanzengegerbtem Büffelleder und die Korksohlen waren so bequem, erinnert sich Hersh, „daß man sie am liebsten auch im Bett anbehalten hätte!"

Urprünglich waren sie für Frauen gedacht, doch auch Männer fanden Gefallen an ihrer Leichtigkeit.

Die Modedesignerin Betset' Johnson erinnert sich, daß sie „typisch Greenwich Village" Sie hatte mindestens zehn Paar, außer den Originalen auch noch auffälligere ,Ausführungen in Kobaltblau, Silberlarve und flirrendem Gold. „Nach den flachen, klobigen Schuhen der sechziger Jahre brauchten wir einfach etwas Ausgefallenes, Verrücktes."

Mitte der neunziger Jahre kamen Schuhe mit fußfreundlichen Plateausohlen wieder in Mode, und eine Reihe von Firmen brachte Nachahmungen der Kork-Sandalen auf den Markt.

 
Chopinen und Plateausohlen PDF

 

Jahrhundertelang haben Männer die Frauen auf den Sockel gehoben, verlockend und unerreichbar. Und die Mode folgte dem Ideal – bisweilen bis zur Lächer-- lichkeit. Im Venedig des sechzehnten Jahrhun­derts standen Frauen auf Sockeln – den sogenannten Chopinen –, die nicht selten zu der unglaublichen Höhe von 75 Zentimetern aufragten. Die aus Holz oder Kork gefertigten Stützen waren mit Leder oder edelsteinbesetztem Samt passend zu den Schuhen bezogen, die darauf standen. Die venezianischen Chopinen hatten Vorläufer in Spanien, wo sie im fünfzehnten Jahrhundert so populär waren, daß, sie beinahe die Korkvorräte des Landes erschöpften; in Venedig wurden sie zum Erkennungszeichen von Wohlstand und gesellschaftlichem Rang. Zwei Bediente waren erforderlich, um die Trägerinnen solch lächerlich unpraktischen Schuhwerks zu stützen, doch die Frauen trugen ihre Chopinen stolz – trotz allem Spott der Touristen, die eigens nach Venedig kamen, um diese lebenden Statuen auf ihren hohen Säulen zu bestaunen.


Die Mode schwappte auch nach Frankreich und England über, und auch dort schwankten die Frauen stoisch auf Stelzen einher, auf denen sie ohne Hilfe nicht aus dem Haus konnten. Zwei Jahrhunderte lang blieben solche „spazierenden Schemel",wie sie genannt wurden, in Mode; erst dann kam die Erkenntnis auf, daß sich in solchen Schuhen leichter gehen ließ, wenn die Sohle vorn niedriger war als hinten. Der Absatz war geboren, und als Rangsymbol lief der rote Absatz dem Chopine rasch den Rang ab. Die schwindelerregenden Höhen der Chopinen erreichten Plateausohlen nie wieder, doch in unserem Jahrhundert sind sie – in Zyklen von etwa zwanzig Jahren Abstand – immer wieder einmal Mode gewesen. Die erste solehe Welle kam in den dreißiger Jahren, als die kleinwüchsige Schauspielerin Carmen Miranda mit ihrem Turban und einem Koffer voller glitzernder Keilabsatzschuhe nach Hollywood kam.


In Europa entstanden zur gleichen Zeit Plateausohlen aus synthetischen Mate­rialien, ein praktischer Ersatz für knapp gewordenes Leder und Holz. Ferragamo nahm die Herausforderung an, schichtete mehrere Lagen Kork übereinander, bezog sie mit gewachster Leinwand und schuf dabei einige der denkwürdigsten Schuhe seiner ganzen Karriere.

In den Nachkriegsjahren verschwanden die Plateausohlen, doch 1967 brachte Vivier sie wieder auf, und in den psychedelischen Siebzigern trug sie jeder, der schick sein wollte. Je weiter die Hosenbeine wurden, desto dicker die zugehörigen Sohlen und desto schreiender ihr Dekor. Obwohl Mediziner vor Rückgratschäden warnten, die diese ungelenken, klobigen Schuhe verursachten, trugen Männer wie Frauen sie — darunter Popstars wie Diana Ross, Stevie Nicks und Elton John, der eine große Sammlung davon hatte. Mit der Wiederkehr der Disco-Mode kam Anfang der neunziger Jahre die nächste Welle, und die Club-Kids stampften sich auf den Tanzböden in straßbesetzten Plateausandalen oder dicksohligen Vinyl-Turnschuhen die Seele aus dem Leib. GAP hatte für die nicht ganz so Modemutigen eine Ledersandale mit 5 Zentimeter-Keilabsätzen im Programm. Auch heute noch knicken die Frauen damit so unelegant um wie vor Jahrhunderten, und manche Augenbraue hebt sich beim Anblick fast so hoch, wie die Füße sich darin vom Erdboden heben, aber man darf wohl trotzdem voraussagen, daß um das Jahr 2010 die Plateausohle zu ihrem nächsten Höhenflug antreten wird.

 
Der Belgian Loafer PDF

Der Belgian Loafer

Sie sind unverwechselbar, selten und teuer und haben eine große Schar von Ver­ehrern, die das Schicke und Bequeme lie­ben und sich ihr Leben lang unbesehen jede neue Farbstellung liefern lassen, die auf den Markt kommt. Sie sind ausschließlich in einem winzigen Laden in einem Winkel der Midtown von Manhattan zu haben, und der einzige, der sie liefert, ist Henri Bendel. Nachdem er 1955 sein New Yorker Kaufhaus abgegeben hatte, begann Bendel mit dem Import seiner „Mokassinslipper", die den Filzschuh belgischer Bauern zum Vorbild haben.


Nachdem in den neunziger Jahren eine Flut von Imitationen auf den Markt gekommen ist, nennt Bendel seine Schuhe „casuals", doch von jeher ist dieser Klassiker der amerikani­schen Modewelt als „Belgian loafer" (belgischer Slipper) bekannt. Der Schuh wird in Belgien ganz in Heimarbeit hergestellt, hat einen flachen Keilabsatz aus Kalbsleder und eine diskrete Paspelierung, die das Oberleder einfaßt. Eine winzige, von Hand geflochtene Lederschleife ziert die meisten Versionen.


Die Grundform des belgischen Slippers ist seit über vierzig Jahren unverändert, doch sollte niemand denken, daß er deswegen langweilig ist. Es gibt ihn in jeder nur erdenklichen Farbe — aus Baumwollstoff oder Seidenbrokat, aus schwerem Leinen, eidechsengeprägtem Kalbsleder, aus Lackleder, Pannesamt oder Velours.

 
Der Go-Go-Stiefel PDF

 

Andre Courreges, den das Fachblatt Women's Wear Daily einmal den Xorbusier der Pariser Couture" nannte, war studierter Ingenieur und arbeitete als Zuschneider bei dem großen spanischen Modeschöpfer Balenciaga. Seine Kollektion vom Herbst 1964 machte sich diese doppelte Vorbildung zunutze. Sie brachte ausgestellte Minikleider mit Kunststoff-Gucklöchern in der Taille und dazu Hüte, die aussahen wie flache Teller oder Astronautenhelme. Noch revolutionärer waren die zugehörigen Schuhe: flache, wadenhohe Stiefeletten aus weißem Kunststoff, nur mit einem

durchsichtigen Plastikstreifen am oberen Schaftende verziert. Binnen kurzem machte der Go-Go-Stiefel den Schritt vom Laufsteg zur Disco; er war der erste Vertreter einer neuen Generation von Designermode, mit der das Zeitalter zu Ende ging, in dem eine Handvoll Pariser Couturiers im Alleingang den Geschmack diktierte.


Stiefel wurden der Renner des Jahrzehnts, und es gab sie in den verschiedensten Formen und Schafthöhen. Sie wurden zu Miniröcken getragen, wo sie die frisch enthüllten Beine teils

Frauen als Zeichen ihrer Befreiung trugen. Courreges fand so viele Nachahmer, daß er eine Zeitlang seinen Laden schloß. Zwei Jahre darauf öffnete er wieder, doch mit keinem seiner späteren Entwürfe machte er soviel Furore wie mit den kleinen weißen Stiefeln.

 
Der Pumps PDF

 

Ein Pumps kommt niemals aus der Mode – er ist das Kleine Schwarze unter den Schuhen. Dank seiner klaren, schnörkellosen Form und seinem gemäßigt hohen Absatz ist er praktisch und elegant zugleich, dezent und klassisch konservativ. Heutzutage werden Pumps vorwiegend von Frauen getragen, doch im frühen 16. Jahrhundert waren sie Bestandteil der Lakaienuniform – flache, leichte Slipper, die mit den Fußmuskeln gehalten werden mußten. Die Bezeichnung, die erstmals im Jahr 1555 in der Schreibung poumpe, pompe oder pumpe auf­tauchte, leitet sich her von dem Geräusch, das der Schuh machte, wenn man damit über einen gebohnerten Fußboden ging.

Seinen Einzug in die Frauenmode hielt dieser absatzlose Schuh in der Mitte des 18. Jahrhunderts, und zwar als Abwandlung eines Straßen­schuhs, der bevorzugt von Dandys getragen wurde. Er gewann in Eu­ropa rasch an Boden, da er eine gangbare Alternative zu unpraktischen Slippern und Schnürstiefeln war. Am Ende des Jahrhunderts, nach der Erfindung des Lackleders, sah man Damen und Herren auf bei­den Seiten des Atlantiks in Pumps, die als idealer Tanzschuh galten.

Der Pumps, der ursprünglich ein Männerschuh war, zeichnet sich noch immer durch seine schnörkellose Schlichtheit aus.


Im Laufe der Zeit kamen Pumps mit Absätzen auf; Schleifen zier­ten das Blatt, und kunstvolle Schnallen verliehen ihnen einen Hauch von Eleganz. Die ersten Pumps speziell für Frauen kamen um das Jahr 1838 auf, als Alfred Gabriel, der Graf von Orsay, buchstäblich den Schuh in die Hand nahm und ihn persönlich schneiderte. Seine Pumps waren eine gewagte Neuerung gegenüber den hochgeschlossenen Damenschuhen der Zeit. Ihr V-förmiges Dekollete umschmeichelte den Zehenansatz, und die niedrig geschnittenen Seiten enthüllten die Wölbung der Fußmitte. Der d'Orsay-Pumps aus schwarzem oder braunem GlacMeder mit sei­nem vernünftigen 5 Zentimeter hohen Absatz war um die Jahrhundertwende ein Klassiker, der in keinem Kleiderschrank fehlen durfte, und seine unverwechselbare Silhouette ist bis auf den heutigen Tag zeitlos modern geblieben.

Als die koketten Absätze der zwanziger Jahre wieder gemäßigteren Formen wichen, kehrte auch der Pumps auf den Boden der Vernunft zurück – wenn auch nicht lange. In den fünfziger Jahren, als die 10 Zentimeter hohen Bleistiftabsätze

Furore machten, taten sich Coco Chanel und Raymond Massaro zusam­men und brachten einen Pumps mit niedrigem Absatz heraus. Bei die­sem zweifarbigen Slingpumps sorgten der beige Korpus und Absatz dafür, daß das Bein länger wirkte, während die schwarze Kappe den Fuß kürzer erschienen ließ.

1955 stellte Givenehy den sogenannten „Opern-Pumps" vor, ein Modell, das über dem Spann gerade geschnitten war und dessen Seiten von der Ferse schräg nach vorn abfielen. Als Babe Paley, eine Autorität in der Modewelt, diesen Schuh mit Kaschmir-Itvinsets und Perlenketten kombinierte, wurde der Pumps quasi in den Adelsstand erhoben. In den sechziger Jahren bestimmte Jacqueline Kennedy mit ihren Schneiderkostümen, Pillboxhüten und eleganten Pumps die modische Linie im Weißen Haus und anderswo. Seither gilt der Pumps bei Präsidentengattinnen als Inbegriff der modi 

schen Etikette und des guten Geschmacks.

Als in den achtziger und neunziger Jahren immer mehr Frauen ins Berufsleben eintraten, wuchs die Nachfrage nach modischen und zugleich bequemen Schuhen, die man rund um die Uhr tragen konnte. Die Antwort der Hersteller waren Modelle mit breiteren Spitzen, ein breiteres Spektrum an Größen und Weiten und flachere, 3,5 Zentimeter hohe Absätze. Ferragamos Modell „Vara" und Viviers „Pilger-Pumps" verbanden bequeme Paßform mit elegantem Aussehen. Die Fußspezialistin Mayde Lebensfeld aus Manhattan sagt über den modernen Pumps: „Der Schuh paßt — und ist nun endlich tragbar geworden."

 
Der Spangenschuh PDF

 

Der Klassiker unter den Kinderschuhen ist der Spangen­schuh, auch Mary Jane genannt — ein flacher, runder Slipper mit einem seitlich geschlossenen Riemen über dem Spann. Ein Kind, das einen solchen Spangenschuh trägt, ist für alle sichtbar den Babyschuhen entwachsen. Der schlichte Schuh, dessen Name sich von einer Figur aus dem erstmals 1902 im New York Herald erschienenen Comic-Strip Buster Brown herleitet, hat sich im Laufe der Jahre nur wenig verändert. In dem 1934 gedrehten Film Baby Takes a Bow tollte Shirley Temple in weißen Mary Janes über die Leinwand, und fast 30 Jahre darauf trug John Kennedy junior ebensolche Spangenschuhe, als er am Sarg seines ermordeten Vaters salutierte.


Als bevorzugtes Material für Spangenschuhe gilt seit jeher glänzendes schwarzes Lackleder, doch sein wichtigstes Erkennungszeichen ist nicht das Material, sondern der Riemen; er ist vergleichbar mit den Stützrädern an einem Fahrrad, denn er bereitet kleine Mädchen auf ihr erstes Paar riemenlose Pumps vor. Erst in den sechziger Jahren fanden die Spangenschuhe den Weg vom Schulhof in die Modeateliers. Die dama­lige „Jugendrevolution" erteilte der traditionellen Couture eine Absage, und es entstand eine Mode, die einerseits kindliche Unschuld zum Ideal erhob, andererseits Kindlichkeit aber auch politisch und sexuell auflud. Die britische Modeschöpferin Mary Quant brach demonstrativ mit der Konvention, als sie die Kindfrau Twiggy in ein Hängerkleid­eben steckte und ihr flache schwarze Lackschuhe anzog.

Bei Courreges in Paris trugen die Mannequins superkurze Minis, Babymätzchen und runde, flache Schuhe mit geknöpftem Ristriemen und breiter Lasche. Betset' Johnson kombinierte für die New Yorker Firma Paraphernalia Minikleider, zu denen sie sich von den Tanzkleidchen ihrer eigenen Grundschulzeit inspirieren ließ, mit flachen Schuhen, deren Riemen hoch über den Rist verliefen. Die britische Ausgabe der Vogue machte den Babydoll-Boom mit einem Artikel salonfähig, in dem von „diskret geröteten Knien über weißen Söckchen" die Rede war.


Jahrzehnte später erlebte der Trend im Zuge des „Hungerlooks" der frühen neunziger Jahre eine Renaissance. Neue Nymphehen, allen voran Kate Moss, präsentierten sich in eingelaufenen T-Shirts, typischen Sonntagsschulkleidern und lackglänzenden Spangenschuhen, die von Gucci über J. Crew bis hin zu Doc Martens von jeder Firma angeboten wurden. Doch ohne die politische Dimension der sechziger Jahre waren die Frauen, die diese Mode trugen, nichts wei­ter als infantil.

Der „Toddler", den Peter Fox im Jahr 1994 entwarf, ein hochgeschnittener Spangenschuh, für den ein Babyslipper aus dem 19. Jahrhundert Pate gestanden hatte, wurde von der Presse als das chauvinistischste Accessoire der Saison kritisiert. Fox protestierte, es sei nichts weiter als eine Hommage an die Bequemlichkeit und Unschuld von Kinderschuhen. Andererseits nahmen junge Frauen wie etwa die Sängerin Courtney Love, die sich als Erfinderin des sogenannten „Girlie-Looks" bezeichnet, diese von der Kinderkleidung inspirierte Mode mit Begeisterung auf und bogen sie zum Flittchenhaften um. Sie und andere stellten die Kleinmädchen-Elemente in einen neuen Kontext und machten daraus ein ironisches Symbol postfeministischen Selbstbewußtseins.

Seine jüngste Wiedergeburt erlebte der Spangenschuh 1996 in der Version von Calvin Klein. Diese Neuinterpretation des alten Themas hat einen hohen, kräftigen Absatz, ein hochgezogenes Vorderblatt und einen schmalen Riemen und ist eine gelungene Synthese aus der Schlichtheit und Unschuld eines Kinderschuhs und einer durch und durch erwachsenen Eleganz.

 
Der Stiefel PDF

Als Bette Midler einmal sagte: „Gebt einem Mädchen die richtigen Schuhe, und sie erobert die Welt", da könnte sie an Stiefel gedacht haben. Von jeher sind Stiefel Symbole der Stärke gewesen und gelten auch als Talisman. In den Märchen vom Däumling und vom Gestiefelten Kater wenden die vom Pech verfolgten Helden ihr Schicksal, als sie die Stiefel ihrer Unterdrücker stehlen und selbst hineinschlüpfen. Und General Patton fand, daß aus gewöhnlichen Soldaten Krieger wurden, sobald sie in Stiefeln steckten.

Spanische Höhlenmalereien, die auf das Jahr 13.000 v. Chr. datiert werden, zeigen Männer wie Frauen in Stiefeln aus Tierhäuten und Fell. Doch im Laufe der Jahrtausende differenzierten sich die Geschlechterrollen, die Männer zogen in Stiefeln aus, um die Welt zu erobern, die Frauen blieben zu Hause, und das in Slippern, die so empfindlich waren, daß sie kaum aus dem Boudoir herauskonnten. Praktisches Schuhwerk für Frauen hätte diese Ordnung ins Wanken gebracht; es war einer der Anklagepunkte gegen die Jungfrau von Orleans — die ihres aufwieglerischen

Auftretens wegen als Hexe galt —, daß sie sich in schen­kelhohe Männerstiefel gekleidet habe.


Im 18.Jahrhundert liefen Stiefel als modische Fußbekleidung für Männer den Slippern den Rang ab, doch die wohlhabenden Frauen wurden auch weiterhin durch ihre hochempfindli­chen Samt- und Seidenschuhe im wahrsten Sinne des Wortes ans Haus gefesselt. Die einzige Ausnahme von

dieser Regel waren Reitstiefel — eine zierlichere Variante des Männerstiefels —, die Frauen zu

Pferde tragen durften.Erst ab etwa 1830 setzten sich bei nicht-werktätigen Frauen Stiefel durch. Damit sie am Frauenfuß zierlicher wirkten, wurden diese neuartigen knöchelhohen Stiefeletten auf schmaleren Leisten gearbeitet und fest verschnürt oder geknöpft getragen. Sie sollten den Fuß ganz umschließen und von jeder Versuchung fern­halten, doch die Wirkung war das genaue Gegenteil — sie ließen die Wade weitaus attrak­tiver erscheinen und erwiesen sich als ausgesprochen erotisch.


Als Mitte des Jahrhunderts die Massenproduktion anlief, wurden Stiefel auch für Dienstmädchen und nicht nur für die Damen, denen sie dienten, erschwinglich. Stiefel waren nun keine Statussymbole mehr, sondern im Gegenteil Zeichen der sich immer weiter einebnenden Geschlechter- und Klassenunterschiede.

Erst in unserem Jahrhundert nahm sich auch die Mode der Frauenstiefel an. Neue Formen, Materialien, Schaft- und Absatzhöhen gab es in großer Vielfalt, und nun waren Frauen, nicht mehr die Männer, die Paradiesvögel unter den Stiefelträgern. In den sechziger Jahren kam die Minirock-Mode, die mehr vom Frauenbein enthüllte als je zuvor; Coco Chanel nannte sie eine „Fleischbeschau". Stiefel waren nun kein bloßes Zubehör mehr, sondern zogen oft das Hauptaugenmerk auf sich. Von der „Beatle"-Stiefelette bis zu schenkelhohen Formen traten sie selbstbewußt ins Rampenlicht und kündeten von der Befreiung der neuen Frau von den Traditionen der 80er Jahre.


„Schräge" Stiefel brauchten nun nicht mehr von Fetischisten im Schrank versteckt zu werden, sondern fanden den Weg auf den Laufsteg. Ähnlich wie die Arbeitsschuhe wurden auch Cowboystiefel vom einfachen Gebrauchsgegenstand zum Modeobjekt erhoben und galten – nicht zuletzt dank des Films Urban Cowboy –plötzlich als schick. Heute verbinden Doc Martens – der Inbegriff des wuchtigen Stiefels für beiderlei Geschlecht – sämtliche Moderichtungen, von Skinheads über Punks und Psychobilly bis zum Grunge. Und Springerstiefel trägt man, genau wie Schuhe von Manolo Blahnik, einfach zu allem, von Jeans bis zu Dessous.

Es hat Jahrtausende gedauert, doch heute sind Stiefel wieder Männer- und Frauenschuh zugleich.

 
Slipper PDF

Ungeachtet aller praktischen Erwägungen waren Slipper nicht zum Gebrauch bestimmt, son­dern nur zum Ansehen gedacht. In der Praxis bezeichnete man mit dem Wort Slipper jegliche Art von elegantem, dünnsohligem Schuh aus Textil­material oder feinem Leder, der nur eben den Fuß bedeckte und in den man leicht hinein- und auch wieder her­ausschlüpfen konnte. Im Laufe der Ge 

schichte galten Slipper teils als Wohlstands- und Statussymbol, teils als Zeichen inniger Vertrautheit, da sie so empfindlich waren und deswegen meist nur im heimischen Boudoir getragen wurden. Römische Frauen ließen sich außer Hause niemals in ihren socci sehen,

und so umwehte diese flexiblen, flachen Schlupfschuhe ein Hauch von Erotik.

Flache Slipper aus Seidenbrokat oder Samt galten lange Zeit als traditionelle Fußbekleidung der Bischöfe, und als Elisabeth I. den englischen Thron bestieg, waren Slipper mit Absatz in England der letzte Schrei für modebewußte Männer und Frauen. Ihre rei­chen Verzierungen und kostbaren Materialien dokumentierten den Reichtum des Trägers. Venezianische Schuhmacher verarbeiteten derartige Mengen an Gold und Edelsteinen für ihre Kreationen, daß zur Beschränkung des Aufwandes schließlich Kleiderordnungen erlassen wurden. Trotzdem blieben Slipper ein Statussymbol. Als die französische Kaiserin Josephine (die einer Quelle zufolge 521 Paar Schuhe besaß) ihrem Schuhmacher einen Slipper zeigte, der bereits nach einmaligem Tragen unbrauchbar geworden war, soll dieser geantwortet haben: „Ah, Madame. Ich weiß, woran es liegt.

Ihr seid damit gegangen."



Die juwelenbesetzten Slipper des 18. Jahrhunderts hatten nach oben gebogene Spitzen, und Frauen der Mittelschicht eiferten ihren hochgestellten Vorbildern nach, indem sie ihre Schuhe so bemalten, daß sie aussahen, als seien sie aus Brokat, Spitze, Bändern und kostbaren Steinen. Selbst nach der Französischen Revolution, als die roten Absätze der Aristokratie verboten waren, blieben leichte Escarpins aus handschuhweichem Glace- leder, Samt, Seide und Satin noch beinahe ein halbes Jahrhundert lang in Mode.

Bei den zahllosen Bällen des 19. Jahrhunderts wurde so mancher mit Rosetten, Pompons oder Schleifen dekorierte Slipper aus hauchfeinem Glaceleder oder kostbarer Seide zertanzt. Da vernünftige Schuhe das Stigma der Arbeiterklasse trugen, wagten sich

europäische wie amerikanische Frauen der Mittel- und Ober­schicht in ihren unpraktischen Slippern auch ins Freie, obwohl schon ein paar Grashalme irreparablen Schaden anrich­ten konnten. Wie wir aus

dem Werk der Schriftstellerin Frances Trollope wissen, war es im Winter 1832 kein ungewöhnlicher Anblick, Frauen über Schnee und Eis stolpern zu sehen, „die armen klei­nen Zehen in winzige Slipper ge­zwängt, die schon von den Tautropfen auf einer Primel völlig durchnäßt worden wären". Auch heute trägt man Slipper zu besonderen Anlässen – passend zu einer Abendrobe oder zum Hochzeitskleid. Und wie viele der Slipper in Marie Antoinettes berühmtem Schuhschrank kommen sie nur ein einziges Mal zum Einsatz. Ob man sie zu einer Galavorstellung oder im Schlafzimmer trägt, moderne Slipper sind oft aus den gleichen kostbaren Stoffen und mit den gleichen Stickereien, Pailletten und Federn verziert wie vor Jahrhunderten. Und wie damals ist ihre Funktion von untergeordneter Bedeutung. Was zählt, ist die dekorative Wirkung

 
Solides Schuhwerk PDF

Brogues und Clogs in ihrer ursprünglichen Form, die Mokassins der nordamerikanischen Indianer

und die schlichten Sandalen der alten Ägypter sind alles, was wir an Schuhen wirklich brau­chen. Alles andere entspringt den Träumen der Schuhdesigner und der weiblichen (und männlichen)

Phantasie. Wo der Nutzen und nicht die Mode im Vordergrund steht, siegt die Vernunft, und das willkommene Resultat ist ein bequemer, vernünftiger Schuh. Selbst bei den verspielteren und modischeren Varianten bleibt die Funktionalität das bestimmende Moment; in solchen Schuhen kann man frei und sicher auftreten und muß nicht durchs Leben trippeln oder stolpern.

Die Mehrzahl der bequemen Frauenschuhe sind abge­wandelte Männerschuhe. Ob Schnürschuh,

Schnürpumps oder Bootsschuh, ob Turnschuh oder Joggingschuh — alle wurden zunächst nur für Männer hergestellt und erst später auch dem Frauenfuß angepaßt.


Bei anderen Schuhtypen wie zum Beispiel Mokassin, Clog oder Espadrille gab es von Anfang an keinen Unterschied zwischen Männer- und Frauenschuhen.

Praktische Erwägungen, nicht Eitelkeit, gaben den Ausschlag bei der Entwicklung des indianischen Hirschleder-Mokassins — einem der älte­sten Schuhe für beiderlei Geschlecht und Vorläufer der modernen Trotteurs. Diese geschmeidigen „Fußsäcke" aus einem einzigen Stück Leder schützten den Träger vor Wind und Wetter und erhöhten seine Mobilität. Die europäischen Siedlerfrauen, deren Füße noch in engen, unbequemen Schuhen steckten, erkannten rasch die Vorteile der Mokassins, und einige von ihnen gingen dazu über, sie im Haus zu tragen. In Europa hingegen spiegelte die Fußbekleidung auch weiterhin die Klassenunterschiede. Auf dem Lande oder in der Arbeiterschicht trugen die Frauen seit eh und je vernünftige Schuhe, während sich die verwöhnten Damen der Oberschicht, gefesselt von ihren schönen, doch unpraktischen Schuhen, die Ausdruck ihrer privilegierten Lebensweise waren, zum Müßiggang verurteilt sahen. Obwohl es akzeptiert wurde, wenn Frauen der Oberschicht Reitstiefel oder anderes sportliches Schuhwerk trugen, sollten mehr als 200 Jahre vergehen, ehe die Mehrzahl der Frauen begann, bei der Auswahl von Schuhen auch auf die Paßform zu achten.


Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an veränderte eine Zeit des raschen sozialen und ökonomischen Wandels das Leben der Frauen und damit auch die Art, wie sie sich kleideten. Die Frauenbewegung machte ihnen Mut, für ihre Rechte einzutreten, und die Propagandisten der Reformklei­dung, die zur gleichen Zeit aktiv wurden, forderten im Namen von „Gesundheit, Bequemlichkeit und Schönheit" die Befreiung aus den einengenden Kleidern der Zeit. Als Frauen erst einmal aus dem Haus gingen, um in Büros und Fabriken zu arbeiten, wurden ihre Schuhe und Kleider freier und praktischer. Die breiten Absätze der „vernünftigen" Schu­he, mit denen die Suffragetten auf ihre Protestmär­sche gingen, kamen bei Wanderschuhen in Mode, und immer mehr Frauen trieben Sport und trugen dazu bequeme Turnschuhe aus Segeltuch und Gummi. En­de der zwanziger Jahre waren Körper und Füße be­freit. Überall gab es ehemalige Männerschuhe wie Brogues, Ghillies (schottische Schnürschuhe) und Oxford-Halbschuhe nun auch für Frauen. Im Zweiten Weltkrieg, als die Frauen an den Fließbändern die Posten der Männer übernahmen, schlüpf­ten sie (wie schon im Ersten Weltkrieg) in dicke Stiefel und Arbeitsschuhe. In Amerika machte keine Geringere als die First Lady, Eleanor Roosevelt, den Oxford populär; sie trug ihn mit soliden mittelhohen Absätzen zum schlichten Seidenrock. Doch so vernünftig der Schuh auch sein mag, spielt doch immer auch die Persönlichkeit der Trägerin eine Rolle. Eleanor wirkte bullig und willensstark in ihren Oxfords, doch Frauen wie Katharine Hepburn oder Marlene Dietrich sahen darin geheimnisvoller, pro­vokanter aus und schienen sich auch noch wohlzufühlen. In Herrenanzügen und streng geschnittenen Kostümen verwischten sie die Grenzen zwischen den Geschlechtern und fanden dabei einen lässigen Schick, der ausgesprochen emanzipiert wirkte. Solche Frauen machten Eindruck, galten als ein wenig exzentrisch, und insgeheim vermutete jeder, daß die sexuelle Ambivalenz nicht auf das Schuhwerk beschränkt blieb. Die Oxfords dieser beiden waren das Nonplusultra für den lässig-eleganten Fuß.


Mokassins waren die Fußbekleidung der ersten Amerikaner. In den weichen, flexiblen, aus einem einzigen Stück Hirschleder genähten Mokassins ließ sich schnell und mühelos laufen. Jeder Stamm hatte seine eigenen Verzierungen aus Muscheln, bunten Perlen und gefärbten Stachelschweinborsten.

Schon aus der Bronzezeit sind mokassinartige „Fußsäcke" aus Nordeuropa bekannt.

Viele Siedlerfrauen stiegen von Schuhen mit festen Sohlen auf Mokassins um, besonders als Hausschuhe. Die Indianerinnen nähten sie speziell für diesen neuen Markt und fügten Textil­futter und Seidenbänder hinzu.



 
Wie ein Schuh entsteht PDF

Über 100 Arbeitsschritte sind für die Herstellung eines Schuhs erforderlich. Als erster und wichtigster Schritt wird der Leisten geformt, eine aus Holz handgeschnitzte oder aus Kunststoff gegossene Nachbildung des Fußes. Allein der Leisten ent­scheidet über den Tragekomfort eines

Schuhs, denn er bestimmt die Wölbung des Gelenks (des Mittelstücks zwischen Sohle und Absatz) und damit die richtige Gewichtsverteilung.

Für jeden Schuhtyp, ganz gleich ob er in Handarbeit oder als Massenware produziert wird, ist ein eigener Leisten erforderlich. Dazu wird ein Fußabdruck angefertigt, an dem der Schuhmacher an bis zu 35 Stellen Maß nimmt. Er beurteilt die Symmetrie der Zehen, bestimmt die Höhe des Spanns und den Umfang des Ballens, berechnet die Höhe des großen Zehs und die Fußwölbung. Außerdem muß der Schuhmacher voraussehen, wie sich der Fuß im Schuh bewegen wird.


Die wirkliche Herausforderung beim Leistenschnitzen besteht darin, all diese Maßvorgaben zu berücksichtigen, ohne dabei die architektonische Schönheit eines Schuhdesigns preiszu geben. Bei einem Schuh mit Absatz muß die Größe des Aus­schnitts der Absatzhöhe angepaßt werden. Als nächstes wird die richtige Höhe für das Fersenteil des Schuhs festgelegt: Ist es zu hoch, scheuert der Schuh an den Sehnen, ist es zu niedrig, bekommt der Fuß keinen Halt. Entscheidend für die Paßform eines Schuhs ist die Wölbung des Gelenks, denn darauf lastet beim Gehen das gesamte Körpergewicht.


Kanten werden abgeflacht, damit sie sich an den Nahtstellen gut aneinanderfügen, und anschließend näht man die Stücke zusammen. Als nächstes kommen Vorder- und Hinterkappen hinzu, und daraufhin wird das Leder eingeweicht, damit es sich später der Form des Leistens anpaßt. Der Schuhmacher zieht das Oberleder straff über den Leisten, ehe er es anheftet und danach zwei Wochen lang trocknen läßt. Erst dann können Sohle und Absatz mit dem Schaft verbunden werden, wobei oft ein verstärkender Lederstreifen, der Rahmen, eingenäht wird. Dieser wird dann beschnitten, Sohlen und Absatzlaufflächen werden abgeschliffen, und die Innensohle

kommt hinein. Zu guter Letzt wird der Schuh auf Hochglanz gebracht — und ist nun einsatzbereit.

 
Sandalen PDF

Bei ihrer einfachen Konstruktion ist es nicht weiter verwunderlich, daß San­dalen die früheste Form der Fußbe­kleidung waren, die Nachfolger primi­tiver u appen. Offenbar hatte jede alte Kultur ihre eigene Variante des Grundtypus, bestehend aus einer festen Sohle, die mit Riemen über den Rist oder zwischen den Zehen gehalten wurde. Bereits um 3500 v. Chr. fertigten die Ägypter mit

Hilfe von Fußabdrücken im nassen Sand genau passende Sohlen aus geflochtenem Papyrus; als Befestigung dienten geflochtene Zehenriemen aus ungegerbtem Leder. Diese Sandalen boten Schutz vor Bodenunebenheiten und vor dem glühend heißen Sand, doch der Fuß blieb nahezu völlig unbedeckt –eine Tatsache, die sich die ägyptischen Frauen zunutze machten, indem sie speziellen Fußschmuck anlegten. Die Sohlen der Sandalen römischer Kaiserinnen waren aus gegossenem Gold, und die Riemen zierten kostbare Edelsteine.


Perser und Inder schnitzten Plateausandalen mit Zehenpflöcken, und die Afrikaner nähten pantolettenartige Sandalen aus farbenfroh verziertem Leder. Später fertigten die Slawen Sandalen aus Filz, und die Spanier nahmen Kordel. Trotz der kühlen und feuchten Witterung trugen sogar die Briten Sandalen, deren Vor­bilder sie bei den römischen Besatzungstruppen aus dem Mittelmeerrauip gesehen hatten. Aber all die­se Sandalen kamen nicht an das Vorbild, die Gold­sandalen der ägyptischen Pharaonen, heran.

Die meisten Schuhe sagen etwas über den gesellschaftlichen Status des Trägers

aus, aber bei Sandalen ist die Zuordnung schwie 

rig, denn sie galten abwechselnd als Prestigeobjekte und Zeichen der Armut, als Symbole der Keuschheit oder der Koketterie. Im Mittelalter trugen die armen und einfachen Leute schlichte Holz­sandalen. Nachdem sie fast ein Jahrtausend lang ein modisches Schattendasein geführt hatte, erlebte die Sandale in den zwanziger Jahren ein großes Comeback. Die neuerdings hinzuge­kommenen Absätze verlie­hen ihr wieder einen Hauch von Glamour. Und dank des von Ferragamo erfundenen Metallgelenks zur Unterstützung des Bogens zwischen Sohle und Absatz brauchten hochhackige Schuhe nun keine Zehenkappen mehr, die als "Bremsen" für die Füße dienten. So lugten am Ende des Jahrzehnts die jüngst befreiten Zehen mit ihren leuchtend rot lackierten Zehennägeln keck aus hochhackigen Sandaletten hervor. Mit den orthopädisch geform­ten Birkenstock-Sandalen in den Sechzigern erleb­ten flache Formen eine Renaissance, doch

schon in den Siebzigern wurden sie verdrängt von hochhack-Disco-Sandalen, gen Disco-Sandaletten in Schlangenprägung oder mit Perlmutteffekt. Diese auffällige und etwas vulgäre Mode brach­te sie ein wenig in Verruf, und erst in den Achtzigern gelang es den raffinierten Kreationen von Designern wie Maud Frizon, Manolo Blahnik und Benns Edwards, die hochhackige Sandalette zu rehabilitieren:


Eine schöne Sandalette unterstreicht die natürliche erotische Ausstrahlung des Fußes und gibt der Trägerin die Möglichkeit, ihre Reize bis in die Zehenspitzen zur Geltung zu bringen.


Sandalen aus ungegerbtem Leder, wie sie von den Acholi in Uganda getragen wurden, hatten besonders breite Sohlen und boten dadurch viel Schutz vor dem heißen und steinigen Untergrund. Das Leder ist mit dekorativen Rillen verziert, in die natürliche Farbpigmente eingerieben wurden.


Häute, die in Afrika zur Herstellung von Sandalen dienten, wurden traditionellerweise mit Hilfe von Kuhdung geschmeidig gemacht und anschließend ,zum Haltbarmachen zwischen Mangrovenrinde gelagert.

 
Der Absatz PDF


Hohe Absätze sind ein Paradoxon", schrieb Rona Berg in der Zeit­schrift Vogue. „Sie lassen eine Frau stärker und schwächer zugleich erscheinen". Über einen längeren Zeitraum hinweg getra­gen, sind sie mit Sicherheit eine schmerzvolle Erfahrung. Doch wenn man sie nur zu besonderen Gelegenheiten trägt – wie Aschenbrödel seine gläsernen Schuhe –, dann können sie wahre Wunder wirken und ungeahnte Verführungskünste entfalten.

Wenn eine Frau in einen hochhackigen Schuh schlüpft, ist es immer, als schlüpfe sie in eine Rolle. Psychologisch gesehen erlauben die hohen Absätze zu führen statt zu folgen. Aus einer ganz gewöhnlichen Frau wird eine alle überragende Verführerin, die buchstäblich auf die Männer herabsieht. Rein physiologisch ist es unmöglich, daß eine Frau mit hohen Absätzen eine geduckte Haltung einnimmt. Sie ist einfach gezwungen, Rückgrat zu zeigen, sich in Positur zu werfen, denn ihr anatomischer Schwerpunkt hat sich nach vorn verlagert. Sie streckt den Po heraus, Rückgrat und Beine erscheinen länger, und die Brust ist stolz erhoben. Waden und Fesseln wirken schlanker, und der Rist des Fußes scheint sich aus dem Schuh hervorzuwölben.


Hohe Absätze zwingen den Fuß in die Vertikale, Dries Van Noten, 1995. eine Haltung, die der Sexualforscher Alfred Kinsey als typisches Signal für die sexuelle Erregung der Frau deutet, bei der „der gesamte Fuß so weit gestreckt sein kann, daß er mit dem restlichen Bein eine Linie bildet."

Die Geschichte des Absatzes liegt weitgehend im Dunkeln, obwohl seine Wurzeln mit Sicherheit bis in vorchristliche Zeit zurückreichen. Ägyptische Fleischer trugen Absätze, damit sie nicht mit den Füßen im Blut waten mußten, und mongolische Reiter hatten Stiefel mit Absätzen, um sich besser in den Steigbügeln halten zu können. Doch als modisches Attribut wurden Absätze erstmals

im Jahr 1533 aktenkundig: Damals brachte die zartwüchsige Katharina von Medici Schuhe mit Absätzen aus Florenz mit nach Frankreich, weil sie bei ihrer bevorstehenden Hochzeit mit dem Herzog von Orleans größer erscheinen wollte, und schon bald fand diese Mode zahlreiche Nachahmerinnen am französischen Hof.

Im folgenden Jahrhundert schwankten die Frauen in Europa auf Absätzen von mehr als zwölf Zentimetern Höhe daher und konnten nur mit Spazierstöcken mühsam die Balance halten. Da die arbeitende Bevölkerung es sich nicht lei­sten konnte, derart unpraktisches Schuhwerk zu tragen, wurde der Absatz zum Statussymbol.

Und so ist es nicht weiter verwunderlich, daß die französische Monarchie bei ihrem Sturz auch den Absatz mit in die Tiefe riß.

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts, nach dem schlichten, flachen Slipper, wurde der Schuh mit Absatz wieder zum vorherrschenden Typus. Obwohl Europa bei dem neuen Trend eine Vorreiterrolle übernahm, folgten die Amerikaner ihm auf dem Fuße. Im Jahr 1888 nahm die erste Absatzfabrik in den Vereinigten Staaten die Produktion auf, und mode-bewußte Amerikanerinnen mußten fortan ihre Schuhe nicht mehr aus Paris importieren.


Die Vertreterinnen der Frauenbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts bevorzug ten kräftiges, vernünftiges Schuhwerk. Doch in den zwanziger Jahren, als die Röcke kürzer wurden, standen Beine und Füße im Rampenlicht, und Schuhe mußten nicht nur praktisch, sondern auch schön sein. Glitzernde Schuhkreationen - mit hohen Absätzen und schma­len Riemchen - wurden zum Sinnbild des unverhohlenen Hedonismus.

Allen Absatzkrisen zum Trotz stand der hochhackige Schuh in den fünfziger Jahren wieder ganz hoch im Kurs. Und sehr zum Mißfallen viele Frauen erlebten bleistiftdünne hohe Absätze in den neunziger Jahre eine Renaissance. Ganz gleich, ob eine Frau hochhackige Schuhe nun für den Gipfel des Modischen oder der Unvernunft hält, sie hat doch mindestens ein Paar davon - für die Gelegenheiten, bei denen vernünftiges Schuhwerk einfach fehl am Platze wäre.

 
Einführung Schuhe PDF

Ein neuer Lebensabschnitt, ein Prinz vielleicht oder sonst etwas Aufregendes —alle kleinen Mädchen träumen davon, daß wie im Märchen von Aschenbrödel sich auf wundersame Weise durch Schuhe ihr Leben verändert. „Ob bewußt oder unbewußt, jede Frau hat Sehnsucht nach Romantik", sagt der Schuhdesigner Stuart Weitzman dazu.

Schuhe sind ein erster Schritt zur Veränderung, mit Schu­hen läßt man die Vergangenheit hinter sich und betritt Neuland. Jahrhundertelang blühten Frauenschuhe im Verborgenen, ver

steckt unter den Rüschen der Unterröcke oder einer weit ausladen­den Krinoline. Paradoxerweise zählen sie trotz dieses Schattendaseins bis heute zu den Kleidungsstücken, die am meisten enthüllen. Mag sein, daß die Augen die Fenster der Seele sind, doch Schuhe öffnen den Zugang zur Persönlichkeit.

Psychologen werden nicht müde, der verborgenen Symbolik des Schuhs nachzuspüren, spre

chen von der phallischen Form, deuten ihn als mystisches Gefäß. Manche sagen, Frauen sammelten Schuhe als Ersatzhandlung für die Reisen, von denen sie eigentlich träumen; ,Andere sehen darin Symbole ihres Strebens nach Erleuchtung. ein neues Paar Schuhe „heilt zwar vielleicht keinen 1Liebeskummer und vertreibt auch keinen Spannungskopfschmerz", schreibt die Spezialistin Holly Brubach, „aber ~. lindert die Symptome und hebt die Laune." Man i muß nicht einmal besonders eitel sein, um einen ganzen Wochenverdienst für ein Paar auszugeben, dem man einfach nicht widerstehen kann.

Wenn man der Statistik glauben darf, besitzen Frauen in der westlichen Welt im

Schnitt mindestens 30 Paar Schuhe, und passionierte Sammlerinnen bringen es nicht selten auf weitere hundert. Eine Frau, die von ihrer Lieblingsform ganz selbstverständlich jede

Variation kauft, setzt nur die Maxime in die Tat um, die jeder Schuhfreund kennt — wenn Du einen Schuh findest, in den du dich verliebst, dann mußt du ihn in jeder Farbe haben.

Man kann mit seinem Körper noch so unzufrieden sein, die Füße lassen einen niemals im Stich. „Füße werden nicht dick und nehmen auch nicht ab", meint Sara Vass, eine Sammlerin, die über 500 Paar im Schrank hat. „Wenn man e paar Pfund zunimmt, dann paßt einem vielleicht die Lieblingshose nie mehr, aber auf die Lieblingsschuhe ist immer Verlaß." Doch einer pss sinnierten Schuhsammlerin geht es eher darum, sie zu besitzen als zu tragen. Deshalb kaufen Frauen immer wieder neue Schuhe, au wenn sie nur wenige davon wirklich anziehen. Und aus dem gl eben Grunde würden sie sich auch von einem Schuh, den sie wirklich mögen, niemals trennen, selbst wenn er völlig untragbar ist.

Seit altersher sind Schuhe Ausdruck des Ansehens und Wohlstands der Trägern. Die Aristokratinnen des frühen 19. Jahrhunderts schmückten sich mit hauchdünne Brokatslippern, deren Sohlen nicht einmal ein paar Schritte im Freien überstanden hätten, während die Hausmädchen bei der Arbeit kräftige Lederstiefel anhatten. Die Goldsohlen-Sandalen römischer Kaiserinnen, die Pumps mit roten Absätzen, die man am Hofe Ludwigs XIV. trug, und die Gucci-Slipper unserer Tage sind allesamt Visitenkarten, die Wohlstand und sozialen Status veralten. Und nicht nur die Sozialgeschichte spiegelt sich in Schuhen, sie sind auch Dokumente unseres eigenen Lebens — Marksteine, die eine bestimmte Zeit, einen Ort, ein Gefühl ins Gedächtnis rufen. Als Erinnerungsstücke an den Tag, an dem sie getragen wurden, bewahren Schuhe Vergangenes, sie beschwören lebendige Erinnerungen herauf wie ein Fotoalbum — der winzige erste Schuh eines Kindes, für alle Zeiten in Bronze festgehalten, oder ein Paar Brautschuhe in der Schachtel, in der sie geliefert wurden. Die Anziehungskraft neuer Schuhe ist nicht in Worte zu fassen, und 1die verwegensten Tagträume kommen dabei ins Spiel. Wir verlieben uns auf den ersten Blick in einen Schuh, lassen uns vom Schwung eines Absatzes, von der sinnlichen Kurve eines Schuhs

verfuhren. Eine kokette Schleife, Perlenstickerei Zuckerguß — das sind Reize, denen man nicht widersteht. Ein Impulskauf im Schuhgeschäft hat damit zu tun, daß man neue Schuhe braucht —

was uns schwach werden läßt, ist einfach die Verlockung, mit einem neuen Schuh in eine neue Persönlichkeit zu schlüpfen. Ein alter Schuh mag Vertrauen einflößen, aber er hat nichts Verlockendes. Alles Vertraute wird irgendwann langweilig, und wenn man einen Schuh erst einmal richtig eingetragen hat, verfliegt die Faszination.

Ob ein Schuh praktisch oder bequem ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Das ist vielleicht auch die Er­klärung dafür, daß 88 Prozent aller Frauen ihre Schuhe eine Nummer zu klein kaufen. Manch ein Schuh ist witzig oder schlicht und einfach überwältigend und dabei Manolo Blahnik, 80er Jahre. durch und durch unbequem. Schuhe, die wie angegossen passen, sind eher die Ausnahme. Doch darauf kommt es, wie die Modeschöpferin Diane von Fürstenberg gesteht, auch überhaupt nie an: „Man blickt hinunter zu den Füßen und zwinkert sich zu."

Und so wählen denn die Frauen da, wo Phantasie und Realität aufeinanderprallen, ohne Zögern das Unvernünftige. So schön der Gedanke an einen bequemen Schuh auch sein mag, will jede Frau im Innersten doch eine Pantolette mit Sex-Appeal. Bewundernde Blicke bekommt man schließlich nur mit hohen Absätzen. Eine Birkenstock-Sandale mag Erholung für die Füße sein, doch eine Kreation von Blahnik verspricht Abenteuer.