| Designer Schuhe - David Evins |
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Designer Schuhe - David EvinsIn einer vierzig Jahre umspannenden Karriere entwarf David Evins Schuhklassiker, die ebenso modisch wie bequem waren. Die Reichen und Mächtigen kamen in Scharen zu diesem Meister seines Faches, und selbst die anspruchsvolle Herzogin von Windsor, Inbegriff des snobistisch zur Schau gestellten guten Geschmacks, orderte regelmäßig seine Kreationen und pries sein Genie. Er stattete sämtliche Präsidentengattinnen seit Mamie Eisenhower aus und entwarf für beide Amtseinführungsfeiern Nancy Reagans die Pumps. Filmstars verehrten ihn, weil seine Kreationen nicht nur die Rollen verkörperten, die sie darin spielen ollten, sondern dazu ihre eigene Persönlichkeit. Er schuf spektakuläre Pantoletten für mit der er besonders gern ausging, Stiefeletten aus Leopardenfell für die launische Marlene Dietrich, aber auch für Grace Kelly die flachen Pumps, in denen sie den Fürsten Rainer heiratete.
Evins kam mit 13 Jahren aus England, in die Vereinigten Staaten und studierte Werbegrafik am Brooklyner Pratt Institute. Seine Berufung als Schuhdesigner fand er, nachdem er eine Anstellung bei Vogue verloren hatte (die Redaktion fand, da er sich bei seinen Schuhillustrationen „zuviele künstlerische Freiheiten" nahm) und als Modellmacher zu arbeiten begann. Sein Talent entwickel-, te sich rasch, und 1941 schloß er einen Vertrag mit I. Miller, der ihm die Vermarktung unter seinem eigenen Namen zusicherte. Schon acht Jahre darauf verlieh die Modeindustrie dem „König der Pumps" den heißbegehrten Coty Award für seine tief ausgeschnittenen Muschelpumps. Andere Neuerungen folgten. Evins stattete Knöchel riemen mit Klettverschlüssen aus und färbte als erster Krokoleder in kräftigen Farben, etwa in Türkis. Er nahm Pokale auseinander und machte aus deren Stielen Absätze, und wie Ferragamo vor ihm fertigte er Oberteile aus Angelschnur. Evins war ein bescheidener Mann, und alles Schnörkelhafte war ihm zuwider. „Schlichtheit, das ist mein Markenzeichen", sagte er 1987 in einem Interview der Fachzeitschrift Footwear Neves. „Es kommt nicht auf das an, was man dazusteckt, sondern auf das, was man wegläßt" — eine Maxime, die überall in der Feinheit seiner Kreationen zum Ausdruck kommt. Er selbst trug meist ein Hemd von Turnbull & Asser und eine Krawatte von Charvet, wenn er sich in der Manufaktur zu seinen Angestellten im Arbeitskittel setzte und mit eigener Hand seine Schuhe zusammennähte oder die Leisten schnitzte. „Er war ein wunderbar widersprüchlicher Mann", erinnert sich sein Neffe Reed Evins, der heute für Cole-Haan zeichnet. „Er war ein absoluter Perfektionist und verwarf schon einmal 300 Paar Schuhe, wenn er ihren anthrazitfarbenen Satin eine Spur zu grau fand. Andererseits hatte er nicht die geringsten Primadonna-Allüren. Er war immer baff, wenn er Preise bekam. Er stand mitten in der Halle, machte ein verdutztes Gesicht und fragte: Ehrlich? |
