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Trend Schuhe

Clogs

Clogs

Glocks erkennt man an ihrer hohen Holzsohle.Nieten, kerniger Look, toughes Leder, all das macht die Glogs aus,- Clogs waren bereits in diesem und im letzten Jahr der Aufsteiger unter den Schuhen und kommen zum kommenden Sommer auch richtig kommerziell verständlich, mit einem hohen Absatz für einen sexy und modischen Look. Sehr gut sind die Glogs in der Kombination mit der Röhre, Röcken und kurzen Jeans-Shorts mit Top oder auch klassisch zum A-Linien Kleid.

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Designer Schuhe
Designer Schuhe - Beth Levine PDF
Schuh Designer

Designer Schuhe - Beth Levine

Heutzutage findet man sie eher im Museum als in Modegeschäften, doch die Schuhe von Beth Levine haben nichts von ihrem revolutionären Flair verloren. Zunächst arbeitete sie als Journalistin und in der Werbeindustrie, dann fand sie dank Schuhgröße 37 eine Anstellung als Vorführdame bei Palter-DeLiso, der Firma, die „spring-O-Iator"-Pant, s damals — Ende der dreißiger Jahre — das konservative Publik mit zehenfreien Pumps für den Tag in Empörung versetzte,

Doch sie träumte, und das im wahrsten Sinne des Worte von Höherem. „Ich hatte mir vorgenommen, in die Designabteilung zu kommen". 1944 heiratete sie den Geschäftsmann Herbert Levine, und zwei Jahre darauf machten sie ihren Schuhbetrieb auf: Herb kümmerte sich um die Finanzen, und ich ließ mir die verrücktesten Sachen einfallen, um ihn bei Laune zu halten."

Halston und andere Trendsetter zählten zu den Kunden, die sich regelmäßig in ihrem Atelier in Manhattan einfan­den, ebenso Babe Paley, Bette Davis und Barbra Streisand. Als Liza Minelli ein Paar ausgefallen(, Brautschuhe brauchte, ging sie zu Levine und kam mit roten Paillettenpumps zurück. Als Nancy Sinatra „These boots are made for walking" sang, da waren es Boots von Beth Levine.

Eine Ausbildung als Schuhmacherin hatte sie nie („Selber kann ich bis heute kei­nen Schuh machen, aber ich kann jemand anderem mit verbundenen Augen beschreiben, wie er es machen soll"), doch sie konnte einige der führenden Handwerker für sich gewinnen-, sie schnitzten ihr die Leisten und präparierten die exotischen Obermaterialien, für die sie immer eine Schwäche hatte.

Mit geradezu übernatürlichem Gespür für neue Trends, Sinn für Ironie und einer schlafwandlerischen Sicherheit im Geschmack brachte Beth Levine eine gewagte Kreation nach der anderen heraus. Sie war die erste, die straßbesetzte Pumps in Serie herstellte, und sie war Pionierin der Stiefel mit Strickoberteil und der Stretchstiefel Anfang der fünfziger Jahre – ein volles Jahrzehnt bevor der Rest der Welt diese Dinge entdeckte. Sie stellte Absätze aus Hölzern her, die als reine Möbelhölzer galten, darunter Buche und Mahagoni. Sie gab dem durchsichtigen Vinyl-Pumps eine schlankere Silhouette, indem sie einen transparenten, geklebten statt genagelten Acryl-Absatz h zufügte. Und unablässig experimentierte sie mit neuen Materialien – Alcantara, Kunstrasen, seltenen Ledern wl etwa Froschhaut. Sie machte Sandalen aus aneinan dergenähtem Spielgeld und aus einer Teakholz-Salatschüssel eine gebogene Sohle

Zu ihren originellsten Geschöpfen zählt der „Oben-ohne-Schuh". Sie bezog eine gepolsterte Sohle mit rotem Satin, und an den Stellen, an denen Ferse und Killen die Decksohle berührten, setzte sie Klebepunkte auf. Damit haftete der ~~vIiiih am Fuß der Trägerin, und Fuß und Schuh wirkten wie aus einem Guß. „Es kil funktioniert!" versichert sie uns. „Wir haben Filmaufnahmen von einer Frau, die dar in einem solchen Paar tanzt."

1976 zog sie sich aus dem Geschäft zurück, doch bis heute erscheinen ihr Schuhe in ihren Träumen. „Kürzlich hatte ich einen Alptraum", erzählt sie. Jemand hatte eine ganze Serie wirklich genialer Schuhe erfunden, einer immer besser als der andere, und ich war grün vor Neid. Doch als ich aufwachte, war alles wieder gut. Da begriff ich, daß ich selbst diese Schuhe entworfen hatte!"

 
Designer Schuhe - Vivienne Westwood PDF
Schuh Designer

Designer Schuhe - Vivienne Westwood

Vivienne Westwood, Englands grande dame terrible der Mode, hat zwei Maximen: „Wenn es konservativ ist, ist es tot" und „Im Zweifel lieber zuviel als zuwenig". Anfang der siebziger Jahre,

zwei volle Jahrzehnte bevor Gaultier, Mugler und Alaia auf die Idee kamen, Fetischmode für den Alltag herauszubringen, stolzierte sie schon in Stöckelschuhen und Latexstrümpfen durch London.Westwood und ihr damaliger Gefährte Malcolm McLaren gingen aus dieser anarchischen Zeit als Schöpfer der Punkmode hervor. „Alles fing damit an, daß wir die etablierte Mode einfach nicht mehr sehen konnten, und eine gewisse Pervers war schon dabei", sagt sie zu, rückblickend. Auch heute noch sind ihre Kollektionen von Fetischkleidung inspiriert — sie hören auf Namen wie „Hexe", „Ratsch, Ratsch, Rupf', „Heid­nisch und wild" —, doch nicht einmal die transparenten Kleider, die sie zu einem Empfang bei der Königin trägt, kommen in ihrer exzentrischen Schuh- und Stiefelkreationen heran.

Von Hause aus Modedesignerin, begann Westwood Schuhe zu entwerfen, weil sie keine finden konnte, die extravagant genug für ihre Kleider waren. In den letzten zehn Jahren hat sie zusammen mit ihrem Mitarbeiter Murray Blewett eine stattliche Reihe schockierenden Schuhwerks ersonnen, darunter die berüchtigten Schnürpumps, die selbst einen Profi wie Naomi Campbell auf dem Laufsteg zu Fall brachten. Wie ihre Kleider parodieren auch Westwoods Schuhe die Körperformen. In ihrer üblichen direkten Art verteidigt sie Untragbarkeit ihrer Modelle als Protest gegen die Mode des Establishments. „Schuhe, die ein wenig drücken", erklärt sie, „machen den Leuten ihre Haltung bewußt, un dann stellen sie die Art, wie sie gehen, in Frage."

 

Heute ist das schwarze Schaf der Modewelt beinahe brav geworden. Women's Wear Daily zählt sie unter die weltweit einflußreichsten Modeschöpfer. Und in ihrer Londoner Boutique geht ein ganzer Schwarm loyaler Anhänger aus besten Kreisen ein und aus, Leute, die einfach ihre schrillen Kreationen mögen und sich nicht darum scheren, daß ihre Schuhe degeneriert und untragbar sind. Wie Westwood selbst finden sie die übliche Mode banal und mittelmäßig und fühlen sich wohl mit der Ironie ihrer Entwürfe, die stets mit dem Gegensatz zwischen Tradition und

Tabu spielen.

 
Designer Schuhe - Salvatore Ferragamo PDF
Schuh Designer

Designer Schuhe - Salvatore Ferragamo

Salvatore Ferragamo, dessen Name geradezu ein Synonym für größte italienische Schuh­macherkunst ist, schusterte sein erstes Paar schon mit neun Jahren. Seine Eltern hatten kein Geld, um seinen Schwestern die Schuhe für die Erstkommunion zu kaufen. Um die Blamage abzuwen den, daß sie in Holzschuhen zur Kirche gingen, borgte er sich vom Flickschuster die Werkzeuge und machte die Schuhe selbst.

Nachdem er im nahegelegenen Neapel in die Schuhmacherlehre gegangen war, eröffnete er mit vierzehn im Haus seiner Eltern eine eigene Werkstatt, und bald beaufsichtigte er sechs Angestellte, die von Hand Frauenschuhe herstellten, die mehr Schwung hatten als alles sonst, was man in Neapel und Umgebung kaufen konnte.

Der Ehrgeiz trieb ihn schon mit sechzehn in die Vereinigten Staaten und dort nach Hollywood. In den Werken der großen Stummfilmregisseure Cecil DeMille und D. W. Griffith sind seine Cowboystiefel, Römersandalen und Mokassins zu sehen. Gloria Swanson, Marlene Dietrich, Mary Pickford und Greta Garbo zog es in seinen Laden am Hollywood Boulevard, wo er mit maßgeschneiderten Schuhen voller Esprit, Originalität und Glamour lockte. Ferragamo experimentierte mit ungewöhnlichen Materialien, „hier ein spanischer Schal, dort ein Stück chinesischer Brokat, ein Meter indische Seide oder ein Sesselbezug mit Gobelinstickerei". Er machte Schhe aus Kolibrifedern und Baumrinde, Schuhe mit Schiffs- oder Papageienschnäbeln, Absätze in Korkenzieherform, und nach der Entdeckung des Grabes von Tut-ench-amun kreierte er einen Absatz in Form einer auf dem Kopf stehenden Pyramide.

Aber er wollte sich nicht damit abfinden, da Schuhe, die so schön aussahen, am Fuß drückten, und schrieb sich an der Universität von Südkalifornien zu anatomischen Studien ein; dort lernte er unter anderem, daß das Körpergewicht ganz auf dem Spann des Fußes ruht. Nach einigem Experimentieren entwickelte er eine Stahlfeder zur Unterstützung des Bogens zwischen Sohle und Absatz, die er seither in sämtlichen Kreationen einsetzte. Zum ersten Mal in der Geschichte der Schuhmacherei sahen Frauenschuhe nicht nur gut aus, sondern trugen sich dazu noch bequem.

1927 kehrte Ferragamo in die Heimat zurück und legte den Grundstein für eines der mächtigsten

Modeimperien Italiens. Er ließ sich in Florenz nieder, stellte die besten Leistenschnitzer an,

geschickte montatores, die das Obermaterial von Hand vernähten. Technisches Können

war das A und 0 seines Geschäftes und ebnete ihm den Weg in die große Modewelt.

Seine berühmteste Erfindung war vielleicht der Keilabsatz aus Kork, der schon den Weg; zu den phantasievollen Kreationen mit Plateausohlen weist, die er während des Zweiten Weltkriegs schuf. In den vierziger und fünfziger Jahren zierten seine Arbeiten vom hochhackigen Pumps mit filigranem Metallmantel zu Velourslederpantoletten mit Heilabsatz — die Seiten aller Modezeitschriften.

Als Ferragamo 1960 starb, hinterließ er 350 Patente und einen Ruf als der Mann, der die moderne Schuhfertigung revolutionierte. „Es macht mich sehr glücklich, daß ich dem bescheidenen Handwerk des Schuhmachers zu Ansehen verholfen habe", schrieb er

in seiner Autobiographie Schuhmacher der Träume.

Und das von dem Mann, dem es letztlich zu verdanken ist, daß „Made in Italy" heute ein Qualitätsbegriff ist.

 
Designer Schuhe - Roger Vivier PDF

Designer Schuhe - Roger Vivier

Roger Vivier ist der Faberge der Schuh­mode. Seit sechs Jahrzehnten entwirft er Modelle, die unsere Vorstellung davon, wie ein Schuh aussieht, immer wieder umgeworfen haben. Seine humorvollen, dekorativen Kreationen haben den Charme des 18. Jahrhunderts und sind doch durch und durch modern — bei der Konstruk­tion seiner Schuhe orientiert er sich an den neue­sten Erkenntnissen der modernen Technik und der Luftfahrt.

Vivier studierte zunächst Bildhauerei an der gcole des Beaux-Arts in Paris, und deshalb lassen seine Kreationen eine typisch bildhauerische Vor­liebe für Formen und Texturen erkennen. Im Jahr 1937 eröffnete er ein eigenes Atelier und entwarf Schuhkollektionen für internationale Firmen wie I. Millen, Delman, Ballt' und Rayne. 1953 begann seine Zusammenarbeit mit dem Hause Dior, und

wahrend der zehnjährigen kreativen Partner­schaft mit dem großen Couturier brachen goldene Zeiten für die Schuhmode an.

 

Als Blickfang an einem Schuh von Vi­vier dient oftmals sein innovativer Ab­satz, benannt nach dem Gegenstand, den er sich zum Vorbild nimmt: Kom­ma, Spule, Kugel, Nadel Pyramide

oder Schnecke. Für Marlene Dietrich entwarf Vivier einen schmalen, hohen Absatz, dessen Spitze eine Straßkugel zu durchboh­ren scheint. Seine Komma-Absätze werden auch heute noch bei einer Flugzeugbau-Firma aus einer besonders leichten Aluminiumlegierung gegossen, die speziell für Düsentrieb­werke entwickelt wurde.

Viviers Schuhkreationen leben von der Linienführung, und die Linie ist für ihn der Ausgangspunkt des schöpferischen Prozesses, bei dem er nicht selten mit Papiermodellen arbeitet. Die phantasievolle Dekoration kommt erst an zwei­ter Stelle, und es ist nichts Ungewöhnliches, daß er einen Absatz mit einem Büschel Eisvogelfedern oder einer kunstvollen Perlenstickerei verziert.

Für eine seiner berühmtesten Kreationen, die Schuhe, die Königin Elizabeth 11. bei ihrer Krönung im Jahr 1953 trug, besetzte Vivier die Absätze aus goldfarbenem Glaceleder mit echtem Granat. Im Laufe der Jahre hat er Schuhe für so legendäre Persönlichkeiten wie Josephine Baker, Jeanne Moreau, Catherine Deneuve und die Beatles entworfen.

„Meine Schuhe sind Skulpturen", sagt Vivier über seine Arbeiten, die in den Museen der ganzen Welt zu sehen sind. „Sie sind durch und durch französisch, typische Produkte des Pariser Stils."

 
Designer Schuhe - Patrick Cox PDF

Designer Schuhe - Patrick Cox

Patrick Cox ist der bekannteste unter den jüngeren englischen Schuhdesignern. Seine phantasievollen und doch komfortablen Kreationen, die gern von Popstars getragen werden, brachten ihm den Spitznamen des „Ferragamo von MTV" ein. „Niemand muß sich beim Laufen

Blasen holen", sagt er. „Das ist eine völlig veraltete Vorstellung.

Das größte Kompliment für mich ist es, wenn jemand sagt, er habe meine Schuhe getragen, bis sie auseinanderfielen."

Cox, der im kanadischen Edmonton geboren wurde, kam nach London, um am angesehenen Cordwainers College Schuhdesign zu studieren. Noch vor seinem Examen hatte er schon die Mode der Metallkappenschuhe lanciert und entwarf für Body Map und sein großes Vorbild Vivienne Westwood.

Unter seinem eigenen Namen kamen Cox' Schuhe 1986 in die Läden, und sein subversiver Umgang mit klassischen Mustern sorgte sogleich für Aufsehen, wie der schlichte schwarze Pumps zum Beispiel, dessen Absatz von einem Kettenpanzer umgeben war, oder der solide Oxford mit einem um den Keilabsatz laufenden Rüschenband. Die internationale Anerkennung kam 1993 mit der Einführung seiner „Warmabe"-Slipper, flach oder mit Schichtabsatz-, die Konstruktionszeichnungen für diesen Schuh wirken wie die Blaupausen eines Archi­tekten. Die massigen Proportionen und die beinahe karikaturhafte Silhouette ließen das Bein im Vergleich schlank aussehen. Das wohlkalkuliert Abstruse dieser Slipper kam bei Männern wie Frauen sofort an, und heute sind diese Schuhe mit Charakter in unzähligen Imitationen auf dem Markt. Seither hat der rastlose Cox „Wannabe"-Kleidung für beiderlei Geschlecht kreiert, Handtaschen und Accessoires herausgebracht und an der Gestaltung dessen mitgearbeitet, was vielleicht die zweitbeste Art der Fortbewegung nach einem „Wannabe"- Slipper ist – des „Warmabe"-Motorrollers. Inzwischen gibt es Läden in Amerika, England und Frankreich sowie

Lizenznehmer in Australien und Japan, und Cox ist ein Trendsetter, der quasi durch die Hintertür den Zugang zur großen Modewelt gefunden,hat.

 
Designer Schuhe - Manolo Blahnik PDF

Designer Schuhe - Manolo Blahnik

Hätte nicht Diana Vreeland, die Hohepriesterin der Mode, einen jungen schweize­rischen Bühnenbildner dazu ermutigt, sich doch eher den Schuhen zuzuwen­den, wäre der Name Blahnik vielleicht nie auf die Liste der begehrtesten Sammlerstücke gekommen — mit seinen sinnlichen, erotischen Slippern, Pantoletten, Pumps aus kostbarem, edelsteinbesetztem Brokat, aus Samt und handschuhweichem Ziegenleder. Madonna kauft Schuhe bei Blahnik Pantoffel mit Koral_(„Davon hat man mehr als von lenkette, 80er Jahre. Sex"), ebenso Bianca Jagger, Prinzessin Diana und Paloma Picasso. Sie alle wissen nicht nur die handwerkliche Perfektion und den frechen Charme sei­ner Kreationen zu schätzen, sondern auch ihre legendäre Paßform.

 

"Ich habe meine kleinen Tricks", sagt Blahnik. „Die Schere gehorcht mir vollkommen." Und mit seiner Schere hat er die extravagantesten Kreationen geschaffen, einen Schuh zum Beispiel, der aussieht wie ein Handschuh, und ein Modell mit einem Knöchelriemen in Gestalt einer sich um die Fesseln windenden Schlange. Oft nimmt er Anleihen bei früheren Epochen — hier ein klassizistischer Absatz, dort ein Rokokoblatt —, doch seine handgefer­tigten Schuhe sind ebenso durch und durch modern wie die gutbetuchten Frauen, die sie bei ihm kaufen. Jeder Blahnik-Schuh — deren Markenzeichen das spitz zulaufende Blatt ist — durchläuft etwa 50 Arbeitsschritte, und so stellt seine Manufaktur im italienischen Parabiago am Tag nur etwa 80 Paar her. Doch je knapper das Angebot, desto mehr davon will die treue Kundschaft offenbar haben. Eine Kundin zum Beispiel kauft pro Saison durchschnittlich 23 Paar, und zwar unbesehen per Telefon. „Blahnik ist der Luther Vandross des Schuhs", meint der Designer Bernard Figueroa dazu, weil seine Formen so „elegant und verführerisch" sind.

1942 auf den Kanarischen Inseln als Sohn eines tschechischen Vaters und einer spanischen Mutter geboren, studierte Manolo Blahnik zunächst Literatur und Architektur an der Universität Genf und wollte Bühnenbildner werden. In den siebziger Jahren entwarf er nebenher einige Schuhe, kreierte einen eigenen zweifarbigen Sportschuh für Männer und wandte sich dann nach der schicksal­haften Begegnung mit Diana Vreeland dem Frauenschuh zu. Seine erste Boutique eröffnete er 1973 in London und stellte Plastiksandalen, die „Jellies", für Fiorucci her, bevor er sich raffinierteren Modellen zuwandte. Bis heute schnitzt Blahnik Absätze mit eigener Hand und achtet darauf, daß nichts die Fabrik in Italien verläßt, was nicht seinen Ansprüchen genügt. Die Models führender Modeschöpfer treten in seinen Schuhen auf, etwa bei Isaac Mizrahi, Todd Oldham und Badgley-Mischka, und die angesehen­sten Modezeitschriften der Welt stellen seine Kreationen vor.

 

Als sein frühestes Schuherlebnis nennt Blahnik „Medina", 1995. den Anblick Marlene Dietrichs in dem Film Marokko, wie sie auf hohen Absätzen durch die Wüste stakst, und bis heute läßt er sich für seine Kollektionen gern aus Filmen und Büchern inspirieren. Denn schließlich, so sagt er, sind es ja im Grunde keine Schuhe, die er schafft, sondern „flüchtige Augenblicke", aufgeladen mit verwegenen Phantasien, die selbst eine Marlene Dietrich im Wüstensand zu schätzen gewußt hätte.

 
Designer Schuhe - David Evins PDF

Designer Schuhe - David Evins

In einer vierzig Jahre umspannenden Karriere entwarf David Evins Schuhklassiker, die ebenso modisch wie bequem waren. Die Reichen und Mächtigen kamen in Scharen zu diesem Meister seines Faches, und selbst die anspruchsvolle Herzogin von Windsor, Inbegriff des snobistisch zur

Schau gestellten guten Geschmacks, orderte regelmäßig seine Kreationen und pries sein Genie. Er stattete sämtliche Präsidentengattinnen seit Mamie Eisenhower aus und entwarf für beide Amtseinführungsfeiern Nancy Reagans die Pumps.

Filmstars verehrten ihn, weil seine Kreationen nicht nur die Rollen verkörperten, die sie darin spielen ollten, sondern dazu ihre eigene Persönlichkeit.

Er schuf spektakuläre Pantoletten für mit der er besonders gern ausging, Stiefeletten aus Leopardenfell für die launische Marlene Dietrich, aber auch für Grace Kelly die flachen Pumps, in denen sie den Fürsten Rainer heirate­te.

 

Evins kam mit 13 Jahren aus England, in die Vereinigten Staaten und stu­dierte Werbegrafik am Brooklyner Pratt Institute. Seine Berufung als Schuhdesigner fand er, nachdem er eine Anstellung bei Vogue verloren hatte (die Redaktion fand, da er sich bei seinen Schuhillustrationen „zuviele künstlerische Freiheiten" nahm) und als Modellmacher zu arbeiten begann. Sein Talent entwickel-, te sich rasch, und 1941 schloß er einen

Vertrag mit I. Miller, der ihm die Vermarktung unter seinem eigenen Namen zusicherte. Schon acht Jahre darauf verlieh die Modeindustrie dem „König der Pumps" den heißbegehrten Coty Award für seine tief ausgeschnittenen Muschelpumps. Andere Neuerungen folgten. Evins stattete Knöchel

riemen mit Klettverschlüssen aus und färbte als erster Krokoleder in kräftigen Farben, etwa in Türkis. Er nahm Pokale auseinander und machte aus deren Stielen Absätze, und wie Ferragamo vor ihm fertigte er Oberteile aus Angelschnur. Evins war ein beschei­dener Mann, und alles Schnörkelhafte war ihm zuwider.

„Schlichtheit, das ist mein Markenzeichen", sagte er 1987 in einem Interview der

Fachzeitschrift Footwear Neves. „Es kommt nicht auf das an, was man dazusteckt, sondern auf das, was man wegläßt" — eine Maxime, die überall in der Feinheit seiner Kreationen zum Ausdruck kommt. Er selbst trug meist ein Hemd von Turnbull & Asser und eine Krawatte von Charvet, wenn er sich in der Manufaktur zu seinen Angestellten im Arbeitskittel setzte und mit eigener Hand seine Schuhe zusammennähte oder die Leisten schnitzte.

„Er war ein wunderbar widersprüchlicher Mann", erinnert sich sein Neffe Reed Evins, der heute für Cole-Haan zeich­net. „Er war ein absoluter Perfektionist und verwarf schon einmal 300 Paar Schuhe, wenn er ihren anthrazitfarbenen Satin eine Spur zu grau fand. Andererseits hatte er nicht die geringsten Primadonna-Allüren. Er war immer baff, wenn er Preise bekam. Er stand mitten in der Halle, machte ein verdutztes Gesicht und fragte: Ehrlich?

 
Designer Schuhe - Dave Little PDF

Designer Schuhe - Dave Little

Genau wie bei einer Kommodenschublade gerade das Innere die Hand des wahren Meisters ver­rät, läßt sich auch an der Sohle eines maßgefer­tigten Cowboystiefels ablesen, ob der Schuh­macher sein Handwerk versteht. Die besten Sohlen in Texas kommen derzeit aus der Werkstatt von Dave Little. „Er bearbeitet die Sohlen nach alter europäischer Art" sagt der Experte Jim Arndt, „und dadurch sind seine Stiefel von unten ebenso schön anzusehen wie von oben – sie glänzen wie frisch geboh­nertes Parkett." Als Obermaterialien für seine Stiefel verwendet Little ein breites Spektrum von Lederarten, von Kalbleder über Kroko­leder bis hin zu Aalhaut, und die Gestal­tung von Schaft und Blatt sind der wandelnde Beweis für sein meister­liches Können. Außerdem ist da noch die legendäre Paßform.

 

„Einem Stiefelmacher, der behauptet, daß seine Stiefel erst eingelaufen werden müssen, sollte man nicht trauen", sagt Little. „Wer meinen Laden verläßt, soll überhaupt nicht mehr daran denken, daß er in Stiefeln steckt."

Little trat in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters und übernahm 1966 den Familienbetrieb in San Antonio. Fünfzig Jahre zuvor hatte sein Großvater mit der Herstellung von strapazierfähigen Arbeitsstiefeln für die texani­schen Rancher begonnen, und sein Vater entwarf bereits in den vierziger Jahren auffälligere Modelle für die einheimischen Viehbarone, deren reich verzierte Stiefel mit hohen, zur Mitte hin ab­geschrägten Absätzen ihnen den Spitznamen „Satteldandys" eintrugen. Dave Littles Stiefel für Männer und Frauen haben kunstvolle Applikationen mit traditionellen Motiven aus dem Wilden Westen –Longhornrinder, Spielkarten, Kakteen, Rosen, Adler –, eindeutig Hommagen an den klassischen Rodeo-Stil der zwanziger Jahre.

 

An der Herstellung eines Stiefels von Little sind zwölf verschiedene Handwerker beteiligt, die nach jahrhundertealten Verfahren arbeiten. Diejenigen, die für den „Unterbau" zuständig sind, fertigen die Sohlen an, bauen den Absatz auf und formen die spitze Kappe, wobei sie das Leder an den Kanten mit einer Glasscherbe abflachen, so daß es nahtlos in das Blatt übergeht. Diejenigen, die für den „Oberbau" zuständig sind, formen den Schaft, nähen ihn mit engen Stichen, die ihm Festigkeit verleihen, und verzieren ihn anschließend mit Applikationen in kontrastfarbenem Leder, die sie so geschickt anbringen, daß sie aussehen wie gemalt. Wenn der Stiefel schließlich so weit ist, daß er abgeschliffen, ausgeputzt und auf Hochglanz gebracht werden kann wie ein nagelneues Auto, hat er mehr als hundert Produktionsschritte durchlaufen. „Er hat ein Auge auf jedes Detail, und deswegen ist er unerreicht", sagt ein texanischer Rancher, der fünfundzwanzig Paar Little-Stiefel besitzt und sie dadurch in gutem Zustand erhält, daß er niemals zwei Tage hintereinander das gleich Paar trägt.

Auch wenn sich sein Kundenverzeichnis wie ein texanisches Who's Who liest, schlägt Dave Little keinen Profit aus den Namen seiner berühmten Kundschaft.

 

„Prominenz beeindruckt mich nicht", sagt er. „Was mich beeindruckt, ist eine Frau' die einen guten Stiefel zu schätzen weiß." Egal, wer man ist, man muß vier Monate auf ein Paar Stiefel warten. „Was macht das schon aus, wenn man dafür ein Paar Stiefel bekommt, das ein Leben lang hält", sagt Arndt. „Maßstiefel von Little sind wie kunstvolle Möbelstücke: Je älter sie werden, desto schöner werden sie."

 
Designer Schuhe - André Perugia PDF

Designer Schuhe - André Perugia

Lange bevor Manolo Blahnik oder Robert Clergerie das modische Parkett betraten, war Andre Perugia der erste Schuhdesigner der Stars. Der 1893 in Nizza als Sohn eines Schuhmachers geborene Perugia zeigte schon früh eine ungewöhnliche Begabung. Schon mit 16 Jahren eröffnete er seinen eigenen Laden und machte sich rasch einen Namen; er experimentierte mit neuartigen Absatzformen und Möglichkeiten zur Oberledergestaltung, und schon bald stellten seine Kreationen die konventionelleren Modelle seines Vaters in puncto Kunstfertigkeit, Extravaganz und Preis weit in den Schatten, obwohl es Perugia nie ums Geld ging. „Die reichste Frau der Welt könnte mich nicht mit Geld dazu verleiten, ihr ein Paar häßliche Schuhe zu machen", sagte er gern.

 

Perugia war zeitlebens auf der Suche nach Schönheit, und so schuf er maßgefertigte Pumps und Sandaletten aus kostbarem Schlangenleder oder violettem Veloursleder, aus gold­farbenem Glaceleder oder perlmutt­schimmerndem Eidechsenleder. Die Damen der Gesellschaft, die zum Oberwintern scharenweise an die Französische Riviera strömten, waren hingerissen von seinen Arbeiten — und von Perugia selbst, einem gut-aussehenden Mann mit gepflegtem Äußeren und wunderbar altmodischem Charme. Doch erst seine Zusammenarbeit mit dem weltbekannten Modeschöpfer Paul Poiret festig­te seinen Ruhm. Am Ende des Ersten Weltkriegs bat Poiret den

jungen Perugia, für ihn Modelle zu entwerfen. Und Perugia, der jetzt einen Laden an der Pariser Rue du Faubourg Samt-Honore besaß, willigte ein.

 

Zu seinen Kundinnen zählten die Stars er Folies Bergere ebenso wie Filmschau­spielerinnen, die sich Schuhe wünschten, Abendpumps für Rita Hayworth, 1950, mit denen ihnen ein bühnenreifer

Auftritt sicher war. Und Perugia enttäuschte sie nicht. Er verwandelte Josephine Bakers Wahrzeichen, den Turban, in eine Sandalette aus plissiertem Glaceleder, und für die Filmsirene Gloria Swanson entwarf er hochhackige Pumps aus schwarzer Spitze. Seine Auftragsarbeiten entwickelten sich zu dreidimensionalen Porträts.

Unermüdlich auf der Suche nach neuartigen Materialien, Formen und Texturen schuf Perugia im Laufe seiner fünfzigjährigen Zusammenarbeit mit L Miller und danach mit Charles Jourdan immer wieder Schuhe von faszi­nierender Originalität. Und da erzählt wurde, er spreche mit seinen Schuhen, galt er nicht nur als Genie, sondern zudem als Exzentriker. In seinem Buch mit dem Titel From Eve to Rita Hayworth (Von Eva bis zu Rita Hayworth), einer Sammlung psychologischer Porträts, versicher­te Perugia, daß man die Persönlichkeit einer Frau an ihren Füßen ablesen könne. Und wenn diese Füße in einem Paar Perugia-Sandaletten steckten, konnte der Betrachter natürlich nur fol­gern, daß die Trägerin eine Frau sein mußte, die modische Extravaganz um jeden Preis liebte.